Wie wirken HIV-Medikamente? Und warum ist es so schwierig die Kranhkeit zu behandeln? Und - ist HIV jemals heilbar? Boulderdash lesen - mehr wissen!
Der Kampf gegen HIV wird auf vielen Ebenen geführt. Neuste Medikamente setzen bei der Fusion des Virus mit der Wirtszelle an. Andere Medikamente greifen für das Virus essentielle Enzyme an:
Ritonavir nimmt die HIV-Protease aufs Korn. Das ist ein Enzym, welches Vorläuferproteine herstellt, die das HI-Virus für seine Weiterverbreitung benötigt. Wie wirkt ein Protease-Hemmer?
Das Modell zeigt die HIV-Protase - übrigens meiner Meinung nach ein sehr schönes Protein. Die Protease hat ein besetztes
aktives Zentrum - ein Molekülkomplex, eben Ritonavir, hat sich in der Mitte breit gemacht und blockiert dadurch die Aktivität des Enzyms. Die Folge: Es können keine Vorläuferproteine für das Virus hergestellt werden - das Virus kann sich in der Wirtszelle nicht weiterverbreiten.
Drug Design nennt man die Synthese solcher Molekülkomplexe.
Das Drug-Design klingt doch ganz vielversprechend - weshalb ist es also bis anhin nicht gelungen, DAS optimale Medikament herzustellen? Das ist dem HI-Virus zu verdanken. HI-Viren haben eine
hohe Mutationsrate, aus diesem Grund entwickeln die Viren unglaublich schnell eine Resitenz gegen die Medikamente. So werden heute sogenannte Tripel-Therapien angewendet, also mindestens drei verschiedene Medikamente die gleichzeitig und täglich 8-10 mal eingenommen werden müssen. Dadurch werden Resitenzentwicklungen auf mehrere Jahre hinausgezögert.
Mit anderen Worten: Auch wenn Dank modernen Drug Designs wirksame Medikamente entwickelt werden können, ist uns das Virus immer einen Schritt voraus. Es wird also auch für die nächsten Jahre so sein, dass Prävention die beste Waffe gegen HIV ist. Heilbar ist HIV vermutlich nie. Es besitzt nämlich die unangenehme Eigenschaft, dass es sich in die
Erbsubstanz der Wirtszelle einbaut und sich dort "versteckt". Und dort bleibt es dann auch, solange die Wirtszelle am Leben ist.
Nebenbei hat Ritonavir folgende
Nebenwirkungen: In therapeutischer Dosierung sehr häufig Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Kopfschmerzen, periorale Parästhesien (Kribbeln um den Mund) und elektrisierende Gefühle an Armen und Beinen. Erhöhte Transaminasen/γGT, oft erhebliche Dyslipidämie, eingeschränkte Glukosetoleranz, selten Diabetes mellitus. Lipodystrophie...
